Anleitung zum Selbstbeobachtungsbogen   

Der Selbstbeobachtungsbogen liefert eine kontinuierliche Beobachtung der Befindlichkeit
während der Zeit der Entgiftung und bietet dadurch später ein objektives Feedback. Sie können dies dann in einer Grafik anschaulich darstellen.

Gehen Sie folgendermaßen vor:

Sobald die Abstinenzzeit beginnt, befragen Sie den Exkonsumenten:
„Schätze deine Befindlichkeit in den nachfolgenden Kategorien auf einer Skala von 0 bis 5 ein. 0 bedeutet keine Beschwerden, 5 bedeutet sehr viel Beschwerden.“ 

Er sollte nicht lange darüber nachdenken, sondern aufrichtig und ohne Bewertung antworten. Vermerken Sie bitte bei der ersten Erhebung noch zusätzlich den Zeitpunkt des letzten Konsums (z.B. 12 Stunden). Wenn während des Beobachtungszeitraums ein- oder mehrfach wieder konsumiert wird, tragen Sie das bitte ebenso ein. Siehe dazu auch Die Entgiftungszeit (Fragen und Antworten).
 
Sie haben die Aufgabe ihn nun in unregelmäßigen Abständen, aber zu Beginn häufiger (in der ersten Woche ca. alle 2 Tage, dann alle 3 Tage, später wöchentlich) zu befragen und die entsprechenden Werte in den Selbstbeobachtungsbogen einzutragen. Der Ex-User hat dabei keinen Einblick in den Bogen. Die Befragung kann auch in seiner Abwesenheit gemacht werden, eine telefonische Befragung ist oft einfacher. Wenn Bereiche wie „An- oder Abstieg sexueller Empfindungen“ als zu intim empfunden werden, können diese natürlich auch ausgelassen werden.

Nach einigen Wochen machen Sie eine erste Auswertung.
Addieren Sie alle angegebenen Beschwerde-Werte und tragen Sie diese in eine Grafik ein (siehe Beispiel in
Drei Einzelfallstudien zur Cannabis-Abstinenz).
 
Sie können auch Verlaufskurven einzelner Kategorien erstellen. Wählen Sie dazu solche Kategorien,  deren Werte zu Beginn sehr hoch waren (z.B. „Verlangen nach Cannabis“ oder„Schlafprobleme“) Besprechen Sie nun mit dem Ex-User die Veränderungen in den Kategorien.

Mögliche Fragen dazu:

  • Woran merkst du, dass ... sich verbessert hat?

  • Was hast du in dieser Zeit anders gemacht?

  • Wie verbringst du deine Tage?

  • Worin unterscheidet sich das von damals?

  • Was muss passieren, dass die Werte bei ... noch besser werden?

  • Woran bemerkst du/würdest du bemerken keine Depressionen/Angst/Gereiztheit ... mehr zu haben?

     Erklärung:

Durch den schleichenden Vergiftungsprozess infolge der Droge Cannabis und ihrer langen Verweildauer im Körper ist der Ursache-Wirkungszusammenhang nur schwer erkennbar.
Diese kontinuierliche Bestandsaufnahme „beweist“ dem Konsumenten die Konsequenzen und lässt ihn aus Erfahrung lernen. Gleichzeitig macht sie oftmals verblüffend deutlich, wie viel besser es der Person nach einer längeren Abstinenzzeit geht und dies nicht, weil andere es meinen und beobachtet haben, sondern weil man es selbst erlebt hat. Um eine vollständige Entgiftung zu erreichen, muss nach vorherigem starkem Konsum eine dreimonatige Abstinenzphase eingehalten werden. Wird die Abstinenz unterbrochen, berücksichtigen Sie dies und vereinbaren möglichst eine Verlängerung des Beobachtungszeitraums.

 

Quelle: u.a.: 

http://www.droginfo.com/rgb/rgbhaschguide.htm
www.marijuana-anonymous.org

www.nida.nih.gov
http://www.marinol.com/
http://gangsta411.com/marijuana_a_guide_to_quitting.htm

 

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